Die Stadt als Galerie - Vernissage 12

Ausstellung - Georg Brandner und Ralf Röll - Malerei

 

Ausstellungsdauer:     20. September 2015 bis 8. Jänner 2016

Eröffnung:                  Donnerstag, 19. November 2015, 18.30 Uhr

 

Die Werke in dieser Ausstellung verbindet die gestische, ausdrucksstarke und plastische Malerei beider Künstler, in der malerische Abstraktion und assoziativ wiedererkennbare Elemente zu einem Ganzen verschmelzen.

   

Georg Brandner ist mit seinen Werken in den Bereichen Malerei, Grafik und Raumgestaltung sowie Skulpturen aus Glas in vielen Ländern der Welt präsent. Seine Glasobjekte zeichnen räumlich nach, was in den Gemälden als Schichtungen auf der Leinwand erscheint. Er arbeitet plastisch mit der Farbe und malerisch mit dem dreidimensionalen Material. In den Bildern, die aus vielen einander überlagernden Schichten komponiert sind, werden organisch anmutende Elemente mit pastöser Farbe auf der Leinwand regelrecht herausmodelliert. Die Farbe Rot dominiert viele der Bilder und deutet auf seine Beschäftigung mit dem körperlichen oder inner-körperlichen. Bei aller Abstraktion erkennt man immer wieder organhafte Strukturen, wie zum Beispiel Augen, Saugnäpfe, Blattrippen, Fischgräten, oder auch - wie in dem Werk "Herbarium" - eine versteckte weibliche Figur. Die Motive sprechen das Sinnliche an, und gehen unter die Haut.

   

Ralf Röll wirft immer wieder den Blick auf das, was sich unter der Haut oder unter der Oberfläche befindet. Seine Bilder sind oft in untereinander abgegrenzte Bereiche aufgeteilt, in denen strenge Abstraktion und organische Elemente nebeneinander liegen - eine

Andeutung darauf, dass man ein Thema immer von mehreren Seiten gleichzeitig betrachten kann. Er malt nicht nur auf Leinwand sondern auch auf Glas, die transparenten Schichten, die so entstehen, sind auf Glas oder Leinwand präsent und deuten immer auf einen Blick hinter das unmittelbar Sichtbare, oder eben unter die Oberfläche. Er arbeitet gestisch, teilweise auch mit geschütteter und geträufelter Farbe, die eine Illusion von einzelnen, hintereinander angeordneten Ebenen vermittelt. In diesen sich überlagernden Schichten sind immer wieder Objekte angedeutet, die mehr erahnt als gesehen werden - als wären sie vergraben und noch im Boden verborgen, wie bei einer archäologischen Ausgrabung. Unter der Oberfläche - im Erdreich, oder auch im Unterbewusstsein.

 

Beiden Malern ist ein lyrischer Umgang mit der Farbe und der Abstraktion eigen. Das Zusammenspiel von Ähnlichkeiten und Kontrasten zwischen den einzelnen Werkgruppen ergibt eine feine Balance im Gesamtbild der Ausstellung.

     

Sibylle von Halem, November 2015


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