Domkirche

Zwar ist das Entstehungsdatum der Kirche des hl. Andreas unbekannt, es besteht jedoch die Berechtigung zur Annahme, dass sie unter Bischof Modestus als eine der ältesten Kirchen des Lavanttales erbaut wurde.
In einer Urkunde aus dem Jahre 890 bestätigte Kaiser Arnulf dem Erzbistum Salzburg den Besitz der Kirche des hl. Andreas ("ad Lavantam ecclesiam sancti Andreae") mit den üblichen „Zehenten".

Im Laufe des 17. und 19. Jahrhunderts wurden mehrere innere und äußere Bauveränderungen vorgenommen, wie zum Beispiel die Erhöhung sämtlicher Mauern, Versehung der Decke mit Kreuzgewölben und weiteren Arbeiten, durch welche die Kirche in ein gotisches Bauwerk umgewandelt wurde. Der Wunsch, dem auf die Nordfassade hinziehenden straßenartigen Hauptlatz einen würdigen Abschluss zu geben, führte zur Errichtung eines gotischen Nordturmes und dadurch zur unkonventionellen Stellung der beiden äußerlich sehr ähnlichen Türme. Zudem wurde im Jahr 1876 an der Westfassade mit dem Anbau einer aus drei Arkaden bestehenden Vorhalle begonnen.
  
Auch dem ursprünglich dreischiffigen Chor mauerte man die Nebenchöre ab, richtete an der Nordseite eine Kapelle, an der Südseite eine Sakristei ein und erhöhte gleichzeitig die Seitenschiffe. Ein später aufgesetztes durchlaufendes Dach machte die Fenster im Mittelschiff jedoch blind und wirkte sich so wesentlich auf die Helligkeit in der „Basilika“ aus. Dechant Johann Ev. Tobeitz drängte um die Jahrhundertwende zur Renovierung des Kirchenbaus, vor allem des Innenraums, was zur Aufstellung eines neuen Hochaltars (von M. Slama) im frühgotischen Stil führte. 

Weiters befinden sich in der Kapelle nördlich des Westturmes und in der nordseitigen Chorkapelle Freskenreste aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit der Darstellung der Kreuzigung Jesu, beeindruckende Bildwerke und zahlreiche bemerkenswerte Grabsteine von Bischöfen und Pröpsten des Bistums Lavant. Dazu zählen beispielsweise der Porträtgrabstein von Bischof Laurenz Lichtenberger (1446), der dem Schaffen Hans Eybenstocks zugeschrieben wird, oder der Grabstein Leonhards von Kollnitz mit einem Bildnis des Ritters aus dem Jahre 1517.

Eine umfassende Außen- und Innenrenovierung fand in den Jahren 1962 bis 1965 unter Dechant Erwin Lemich statt. Dach, Außenfassade und Türme wurden erneuert. Im Inneren bekam der frühgotische Hochaltar eine dem Stil angepasste rötliche Farbtönung, die Chorfenster wurden zugemauert, Kanzel und Kreuzwegbilder aus der Kirche entfernt und die Seitenaltäre
neu gestaltet.