Kloster Maria Loretto

Die Gründung des Klosters Loretto

Die Priorin des Dominikanerinnenklosters von Mahrenberg an der Drau (SLO), Maria Johanna Linzer, wünschte sich, bei der Loretokapelle in St. Andrä ein Dominikanerinnenkloster zu gründen. Das Kloster in Mahrenberg gehörte auch zur Diözese Lavant. Der Klosterbau wurde alsdann mit großen finanziellen Schwierigkeiten begonnen und wurde 1665 vollendet. In demselben Jahr konnte das Kloster bezogen werden und unter dem Fürstbischof von Lavant, Sebastian Graf von Pötting aus Mahrenberg.

Die Schwestern führten ein Mädchenpensionat und ein Altersheim für Frauen, später versahen sie auch Dienst in der Loretokirche.
Das Dominikanerinnenkloster wurde am 17.März 1782 von Kaiser Franz Josef II. durch ein Hofdekret aufgehoben. Der Protest des Fürstbischofs von Lavant, Vinzenz Josef Graf von Schrattenbach, beim Kaiser war erfolglos. Nach 117 Jahren segensreicher Tätigkeit zum Wohle der Stadt mussten die Dominikanerinnen St. Andrä verlassen. Sie fanden bei den Elisabethinen in Klagenfurt Asyl, Zuflucht und Aufnahme. Der Religionsfonds übernahm das Klostergebäude in seinen Besitz.

Um 1785 hielt ein Lehrer Novak im damals aufgelassenen „ärarischen Frauenkloster“ Schule. „Ärarisch“ = lateinisch und heißt der Staatskasse gehörend. „Ärarisches Frauenkloster“ = das verstaatlichte Frauenkloster.
Ein Bürger aus St. Andrä kaufte das Gebäude, und betrieb (im ehemaligen Kloster!) eine Brauerei mit Bierausschank. Ein Gebäude wurde sogar zu einem Pferdestall umgebaut. Mit den Pferden hat der Besitzer die damaligen notwendigen Vorspanndienste für Fuhrwerke besorgt.

1826 brannte das Dach des Gebäudes ab, und der Besitzer war nicht in der Lage, es wieder in Stand zu setzen. So war das Gebäude dem Verfall preisgegeben, es wurde zu einer Ruine! Der Elisabethinenverein, ein sozialer Wohltätigkeitsverein in St. Andrä, unterhielt und führte hier eine Armen-Arbeitsschule. Die Doktorswitwe Anna Vetter war in den Jahren vor 1880 Vorsteherin dieses Vereines bzw. dieser Schule. Sie setzte sich dafür ein, dass sich in St. Andrä wieder ein Frauenorden niederlassen möge und die Schule übernehmen könnte. Die Gründerin der Kongregation der „Töchter der göttlichen Liebe“ (1868), Mutter Franziska Lechner, kam vom Mutterhaus in Wien nach St. Andrä, um das vom Elisabethenverein angebotene Haus zu besichtigen. Es entsprach nicht ihren Vorstellungen. Sie sah aber die noch mächtigen Mauern des ehemaligen Dominikanerinnenklosters und fasste den Entschluss, dieses Klostergebäude zu erneuern. Es wurde gleich ein Kaufvertrag mit dem damaligen Besitzer, Herrn Franz Sotlat, abgeschlossen (6600 Gulden). Der Baumeister Urbani aus St.Paul, und der Maurermeister Pitaco aus St. Andrä erhielten den Auftrag zur Bauausführung. Das Gebäude wurde um ein Stockwerk erhöht, und so entstand das neue Kloster Maria Loretto der „Töchter der göttlichen Liebe“, das im Oktober 1880 von den Schwestern bezogen wurde.

1888 konnte das Kloster noch die angrenzende „Fuchshube“ erwerben. Die Erlöse dieser vorbildlich geführten Landwirtschaft dienen der Eigenversorgung des Klosters. 

 

Die Klosterschule Maria Loretto

Im Jahre 1880 bezogen die Schwestern von der Kongregation der „Töchter der göttlichen Liebe“ das Frauenkloster Maria Loretto in St.Andrä – der Beginn einer neuen Ära. Im Oktober 1880 wurde schon ein Kindergarten und eine Arbeitsschule für Mädchen eröffnet. Nur ein Monat später, im November, nahm die private Mädchenvolksschule mit angeschlossenem Mädchenpensionat ihren Betrieb auf. 3 Jahre später, 1883, erhielt die Mädchenvolksschule schon das Öffentlichkeitsrecht. Um die Jahrhundertwende schickten die Bürger der Stadt ihre Kinder gerne in diese mittlerweile hochgeschätzte Klosterschule. Zöglinge aus dem ganzen Lavanttal fanden Aufnahme im Internat, aber auch aus verschiedenen Orten Kärntens. Vermögende Bürger, höhere Staatsbeamte der Monarchie (Triest, Görz und anderen Städten) schickten ihre Töchter zur Erziehung in die Klosterschule Maria Loretto. Zeitweise fanden 60 Mädchen Aufnahme im Internat. Schon in dieser Zeit wurden in der Privat-Volksschule Maria Loretto die Schülerinnen auch in den Gegenständen der Bürgerschule unterrichtet, sie mussten sich dann aber einer Abschlussprüfung vor einer staatlichen Bürgerschule in Klagenfurt unterziehen. 1920 erhielten dann die Schwestern endlich die Erlaubnis zur Führung einer Bürgerschule. 1926 erhielt die Bürgerschule des Klosters das Öffentlichkeitsrecht. 1927 wurde aus der Bürgerschule die Hauptschule. Mit dem Schuljahr 1927/28 wurde eine einzügig geführte Hauptschule eröffnet. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde den Schulschwestern des Klosters die Führung einer Schule verboten und das Öffentlichkeitsrecht entzogen. Die Schwestern durften im Kloster bleiben, ihr Besitz wurde nicht, wie jener der Jesuiten, enteignet. Die Schulräume wurden durch einen Mietvertrag zwischen Kloster und Gemeinde von einer staatlich geführten Hauptschule übernommen.

Im November 1945, nach Ende des 2.Weltkrieges, konnten die Schwestern den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Das Öffentlichkeitsrecht erhielt die Schule im August 1946 zurück. Nach dem Krieg stieg die Schülerzahl stark an, und es wurden auch Knaben aufgenommen. Der Schulraum wurde zu knapp, sodass man sich zu einem Zubau entschloss. 1963 konnte ein zweistöckiger Zubau zum Kloster seiner Bestimmung übergeben werden, in dem sich Platz für den Kindergarten, die Schule und das Internat fand. 1966 eröffneten die Schwestern auch eine Haushaltungsschule, an der auch das eben neu eingeführte 9.Schuljahr (Polytechnischer Lehrgang) absolviert werden kann. 3 Jahre später, 1969, bekamen die Schwestern auch für diese neue Schultype das Öffentlichkeitsrecht. Seit September 1979 wird neben dem einjährigen Haushaltungskurs, der aus der Arbeitsschule hervorging, auch ein zweijähriger Kurs für behinderte Mädchen geführt. Das Amt der Kärntner Landesregierung weist die Mädchen dieser Schule zu.

Der Kindergarten wurde wieder zu klein, sodass man sich entschloss, einen Neubau zu errichten. Im September 1979 fand die Einweihung des modernst eingerichteten Kindergartens statt. Einige Tausend junge Menschen besuchten seit der Gründung 1880 bis heute die Klosterschule Maria Loretto. Der gute Ruf dieser Schule begründet sich auf einer fundierten Vermittlung des für das Leben notwendigen Wissens, durch die geschätzte hauswirtschaftliche Ausbildung der Mädchen, aber auch ihre ethische, humanitäre und christliche Erziehung. Die jährlichen Schülertreffen zeugen von der Treue und dankbaren Verbundenheit der einstigen Schüler zum Kloster Maria Loretto.