Stadtmauer und Stadttore

Das Befestigungsrecht für St. Andrä hatte Erzbischof Heinrich sicherlich auch aufgrund der damaligen Auseinandersetzungen zwischen den Adeligen des Lavanttales erstrebt, die wohl in einer Zeit der Verpfändung der bambergischen Besitzungen in Kärnten an Graf Ulrich von Pfannberg während der Jahre 1335-1343 besonderen Umfang angenommen hatten.

Aus diesen Streiterein heraus ist deutlich erkennbar, wie wichtig eine Befestigung für eine Stadt in der damaligen Zeit eigentlich war. Die Befestigung durch Mauer, Wall und Graben war für die Sicherheit der Stadt von größter Bedeutung und verhinderte eben dadurch einige Male ihre Eroberung. Aus einigen Urkunden ist auch zu entnehmen, dass der Ausbau und die Verstärkung der Mauern zu den besonderen Aufgaben der Bürger zählte.
Aus dem Jahre 1587 gibt es auch eine Urkunde, in welcher zum Beispiel der Bau eines Ganges an der Stadtmauer angeordnet wurde.

Das älteste erhaltene Stadttor befindet sich im Süden der Stadt, wo man auch noch Reste der Ringmauer vorfindet. Durch dieses Tor führt heute noch ein Weg zur „Tränke“ in die Blaiken. Das Tor wurde anlässlich der Ummauerung der Stadt 1339 zur Zeit Albrecht II. Von Österreich erbaut und zählt zu den frühesten Zeugen des Bestehens der Stadt.

Obere Stadt mit Kaufhaus Krametter: Entlang der Straße erkennt man die Reste des alten Stadttores Richtung Wolfsberg (Säulen des Torbogens). Dahinter befindet sich das Haus des Huf- und Wagenschmiedes Franz Unterkircher.

Das Lavanttal war bereits in der Römerzeit in verkehrsgeographischer Hinsicht von großer Bedeutung. Zahlreiche Spuren alter Römerstraßen finden sich im ganzen Tal und zeugen von einem regen Handels- und Reiseverkehr in der Vergangenheit. Durch das Gemeindegebiet führten drei Römerstraßen.

Epigraphische Zeugnisse aus der Römerzeit befinden sich innerhalb des Torbogens, in der Krypta der Pfarrkirche und auf zwei Steintafeln im Haus Elisabeth.